Sommerlager auf Burg Schwarzenfels
- Bujinkan München

- vor 2 Tagen
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Für einige von uns ging es auch dieses Jahr wieder „zur Burg“. Gemeint ist – wie schon in den vergangenen Jahren – die alte Burgruine Schwarzenfels südlich von Fulda, auf der nun bereits zum wiederholten Mal das gemeinsame Trainingslager des Taizenkai stattfand.

So trifft man jedes Jahr viele bekannte Gesichter aus über zehn Dojos, die über Deutschland und die Schweiz verteilt sind. Persönlich hat mich dieses Jahr besonders gefreut, dass auch viele (für mich) neue Leute dabei waren. Ich hoffe, wir konnten die eine oder den anderen davon überzeugen, auch in den nächsten Jahren wieder vorbeizukommen.
Zwar ist der Hauptteil des Tages wie immer dem Training gewidmet, aber es bleibt auch genug Zeit zum Geschichtenerzählen, Grillen, Sonnenbaden und zum Pflegen der Trainingsnotizen. Für mich besteht dieses Jahr eine besondere Herausforderung darin, mich an die gezeigten Techniken zu erinnern und meine Notizen zu vervollständigen, während um mich herum spontan eine Wasserpistolenschlacht zur Abkühlung ausbricht. (Am Ende entscheide ich mich dann doch für das kühle Nass.)

Apropos Training: Da hatten wir uns dieses Jahr ganz schön viel vorgenommen. In den fünf Trainingseinheiten – jeweils zwei am Freitag und Samstag sowie eine am Sonntag – zeigte Daishihan Holger Kunzmann „mal eben“ die Inhalte vom 4. Schülergrad (Kyu) bis zum 1. Schwarzgurt (Dan), also praktisch ein komplettes Prüfungspaket pro Einheit.
Die beiden Einheiten am Freitag sind eher introspektiv ausgerichtet. Sie stehen unter den Themen „Stabilität“ und „fließende Bewegungen“, und wir beleuchten diese Aspekte in den unterschiedlichen Techniken – sowohl unbewaffnet als auch mit dem kurzen Stock (Hanbo). Am Samstag geht es dann darum, die Absicht des Trainingspartners aufzunehmen und zu sabotieren. Wir widmen uns Gegentechniken sowie Techniken, die erst „im letzten Moment“ funktionieren, und ergänzen das Training um den langen Stock (Bo) und das Schwert (Bokken – zur Sicherheit natürlich die Holzvariante :)).
Für einige von uns wird der Samstagnachmittag zunächst noch von etwas Nervosität überschattet: Sie stellen sich unter der sengenden Nachmittagssonne ihrer nächsten Gürtelprüfung. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle noch einmal an alle Kandidaten zur bestandenen Prüfung!
Doch schon bald grillen wir – wie immer über dem Lagerfeuer – und genießen die Gesellschaft. Johannes und ich als Grillbeauftragte staunen nicht schlecht, was die Leute an guten Steaks, eingelegtem Tofu, Würstchen und anderen Leckereien mitgebracht haben. Ganz nach Gusto lassen wir den Abend entspannt beim Geschichtenerzählen, Kartenspielen oder in einer gepflegten Whiskyrunde ausklingen.
Am Sonntag geht es in der letzten Trainingseinheit noch einmal um das Gesamtpaket und den Ausblick auf das eigene Training. Die großen und offensichtlichen Bewegungen der vergangenen Tage werden kürzer und direkter, die Anwendung wird klarer, und Holger greift gezielt Aspekte der letzten Tage erneut auf – jetzt jedoch in Kombination.
Gefühlt viel zu schnell geht damit auch dieses Wochenende vorbei. Wir verlassen die Burg mit vielen neuen Eindrücken, neuen Bekanntschaften und ganz vielen herzlichen „Tschüss und bis nächstes Jahr!“
Christian Müller





















