Someya Kenichi Daishihan in Reutlingen 2017

30 Mitglieder des Sakura Dōjō München machten sich vom 08. – 10.09.2017 auf den Weg nach Reutlingen um unter Someya Kenichi Happo Biken Daishihan und Kamioka Mamuro Daishihan zu trainieren. Da viele Dōjōmitglieder bisher noch nie die Gelegenheit hatten, nach Japan zu reisen und von einem japanischen Seniorlehrer zu lernen, waren die Erwartungen und natürlich auch die Nervosität entsprechend hoch. Zudem ist Someya Sensei für unser Dōjō seit vielen Jahren, neben dem Unterricht von Hatsumi Sensei, die „Hauptquelle“ unseres Trainings und der Unterricht in seinem Dōjō ist fester Bestandteil während jeder unserer Japanreisen.

Someya Sensei ist für sein umfangreiches Wissen im Bereich der Grundlagen, der Inhalte der neun Schulen, des historischen Kontexts / Hintergrunds und des Umgangs und der Anwendung der im Bujinkan enthaltenen Waffen bekannt. Zudem ist sein Unterricht sehr strukturiert und Someya Sensei ist sehr daran gelegen, auch die feineren Details zu erklären und den Schülern die Gelegenheit zu geben, diese zu verstehen und zu verinnerlichen.

Den Auftakt des Seminars machte der Unterricht am Freitag Abend, in dem Prinzipien der Kihōn Happo, der Sanshin no Kata und Kenjutsu Kihōn im Vordergrund standen und welche gleichzeitg die Grundlage für alle darauf folgenden Inhalte des Wochenendes bildeten. Alleine die Inhalte dieser ersten Trainingseinheit füllten bei manchen Teilnehmern einige Seiten der mitgebrachten Notizbücher und obwohl Vieles aus dem regulären Unterricht bekannt war, sorgten die Detailtiefe und der oben genannte, strukturierte Ansatz des Trainings für den einen oder anderen „Aha-Effekt“.

In gemütlicher Runde liessen wir schliesslich den ersten Tag in einer nahegelegenen Pizzaria ausklingen.

Am folgenden Samstag füllten insgesamt 340 Teilnehmer aus 15 Ländern die Sporthalle im Zentrum von Reutlingen. Nach dem Verlesen eines Grußwortes des Bürgermeisters (der wegen des gleichzeitigen Besuchs der Bundeskanzlerin in Reutlingen nicht selbst anwesend sein konnte), starteten wir mit weiteren Schwertgrundlagen. Neben kurzen Sequenzen aus der Kukishinden – und Togakure Ryū gab uns Someya Sensei auch Übungen zur Hand, die wir als „Aufgaben“ zu Hause üben sollen , um unser Verständnis und unsere Fähigkeiten zu entwickeln und zu verbessern.

Nach der Mittagspause folgte ein Vortrag über das japanische Schwert. Someya Sensei gab einen Überblick über Entwicklung und Charakteristika verschiedener Klingen vor dem Hintergrund der japanischen Geschichte. Allgemein sei an dieser Stelle angemerkt, dass die Beschäftigung mit den Hintergründen und dem geschichtlichen Kontext aller Trainingsinhalte von großer Bedeutung ist.

Die daran anschliessende, letzte Trainingseinheit des Tages stand wiederum im Zeichen grundlegender Übungen und Bewegungsabläufe.

Für den Samstagabend war eine „Party“ bzw. ein Empfang zu Ehren von Someya Happo Biken Daishihan organisiert. Dem Anlass entsprechend gekleidet (Abendgarderobe), machten wir uns mit dem Taxi auf den Weg zum nahegelegenen Veranstaltungsort. Allerdings stellte eine Gruppe unserer Grösse das hiesige Taxiunternehmen anscheinend vor eine grössere logistische Aufgabe…

Nachdem Someya Sensei sich verabschiedet hatte und damit der „offiziellen Teil“ des Abends endete, nahmen wir wiederum die Dienste des besagten Taxiunternehmens in Anspruch, um die Feierlichkeiten im ansässigen Irish Pub „gepflegt“ fortzusetzen bzw. ausklingen zu lassen.

Der letzte Seminartag stand im Zeichen von Tameshigiri (Schnittest) und Kenjutsu Kata aus dem Kukishinden- und Togakure Ryū:

Someya Sensei erläuterte sehr detailiert sowohl Inhalt als auch Ablauf und darüber hinaus auch die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen für die erfolgreiche Durchführung von Tameshigiri und demonstrierte anschließend einige grundlegende Schnitte.

Die letzte Trainingseinheit fasste alle zuvor trainierten Inhalte zusammen und wir konnten diese in einigen Kenjutsu Kata aus oben genannten Schulen anwenden und üben.

Zusammenfassend war dieses Seminar für viele Teilnehmer „DAS Highlight“ ihrer bisherigen Trainingskarriere – insbesondere für diejenigen, die noch nie unter einem Lehrer von Someya Senseis Format trainieren konnten. Wir haben Vieles gelernt, das sich jetzt erst einmal „setzen“ muss und auch Hausaufgaben bekommen, die es gilt zu Hause zu trainieren. Someya Sensei gab uns während des ganzen Seminars und für die Zeit danach die Möglichkeit, uns zu entwickeln und unsere Fähigkeiten zu verbessern. Insbesondere die Details, die man oft „überspringt“ oder nur stiefmütterlich behandelt da sie vemeindlich „bekannt“ oder „langweilig“ sind, sind für das Vorankommen als Budōka von grösster Bedeutung – vollkommen unabhängig von Graduierungen oder Trainingserfahrung.

Sakura Dōjō München Gruppenfoto mit Someya Sensei und Kamioka Sensei

Abschliessend möchten wir uns herzlichst bei

  • Holger Kunzmann,
  • dem Orga-Team,
  • allen alten und neuen Freunden die wir treffen konnten,
  • den anwesenden Europäischen Shihan für deren Unterstützung

und natürlich Someya Daishihan und Kamioka Daishihan für ein rundum gelungenes und im wahrsten Sinne des Wortes unvergessliches Seminarhighligt bedanken!

DOMO ARIGATO!


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