Kotō Ryū Tagesseminar

Admin Veranstaltungsberichte

Ein kurzer Rückblick auf unser Tagesseminar im Juli aus Teilnehmersicht:

Am Sonntag den 3. Juli 2016 beschäftigten wir uns im Rahmen eines Tagesseminars mit der Hekitō Gata | 劈刀型 des Kotō Ryū Koppōjutsu | 虎倒流骨法術 und insbesondere deren Verbindung zu den grundlegenden Prinzipien der Kihōn Happō | 基本八法.

14 Teilnehmer fanden sich in freudiger Erwartung am Morgen mit ihren Bokken im Dojo ein, um sich von Shidōshi Stefan Filus in Kihōn Happō und den Muto Dori Kata | 無刀捕型 unterweisen zu lassen.

Nach einem theoretischen Überblick trainierten wir zunächst grundlegende Fähigkeiten. Insbesondere dem Ausweichen wurde besondere Aufmerksamkeit gewidmet, da dieses die Voraussetzung für das „Überleben“ darstellt. Ohne die Fähigkeit dem unmittelbaren (Schwert-) Angriff zu entkommen würden alle weiteren / folgenden Techniken hinfällig werden.

Basti und Tilman (re)

Bei den Übungen wurden auch Soft-Bokken eingesetzt, sodaß es auch schon mal einschlagen konnte, ohne dabei aber wirklichen Schaden zu nehmen. Dies erhöhte direkt die Aufmerksamkeit der Teilnehmer und die Atmosphäre im Dōjō bekam einen „gesund-ernsten“ Charakter.

Häufiges Durchwechseln von Uke und Tori sorgte auch dafür, daß man sich niemals auf einen besonderen Partner/Gegner einstellen konnte.

Das Gefühl von Aufmerksamkeit und Konzentration auf die unmittelbare Situation wurde dann auch gut übernommen, als es letzendlich zu dem Erlernen und Üben der Kata ging.

Alle 8 Formen der Hekito Gata hätten den Rahmen eines Tagesseminars gesprengt, aber es wurde ausreichend Zeit gefunden, um die Kata

  • Sokuboku
  • Bokuhen
  • Dakō und
  • Shuriki

intensiv zu trainieren und auch immer wieder die Verbindung zur Kihōn Happō herzustellen.

Zum Abschluß durfen alle Teilnehmer vom Mukyu bis zum 6. Dan zwei Kata ihrer Wahl vorführen, wobei jeweils die von den Teilnehmern gefühlt beste und schwächste gezeigt werden sollte.
Das wirklich Bemerkenswerte bei dieser abschließenden Übung war, daß jeder einzele dem unmittelbaren Schwertangriff ausweichen konnte und die gefühlten Stärken bzw. Schwächen sich „nur“ auf die Folgetechniken bezogen, die im Muto Dori Training zwar wichtig, aber eher sekundär sind.

Das Seminar war für alle Teilnehmer ein individueller Erfolg und sehr schöne und wertvolle Erfahrung. Nach 7 Stunden voller Konzentrartion und schweißtreibenden Kampfes freuten sich alle auf das Abendprogramm, wo wir den Tag gemeinsam bei gutem Essen, Trinken, Geschichten und viel Lachen ausklingen konnten – auch wenn Island bei der EM unterging.

Vielen Dank an Stefan, daß er niemals müde wird, uns an seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz und Wissen teilhaben zu lassen.

Tilman Giese
Bujinkan Shodan

Impressionen