Bujinkan Budō Taijutsu | 武神館武道体術  ist die “Essenz” von neun alten, japanischen Kampfkünsten (Kōryu | 古流), wie sie von Großmeister Dr. Masaaki Hatsumi gelehrt wird. Sechs dieser Kriegskünste wurden von Samurai, Soldaten und Leibwächtern trainiert, die übrigen drei von denjenigen die wir heute als “Ninja” bezeichnen.

Das Bujinkan sollte als ganzheitliche Kampfkunst verstanden werden, die von jederman erlernt werden kann – vollkommen unabhängig von Alter, Geschlecht, körperlichen Voraussetzungen oder Erfahrung in anderen Kampfkünsten.

Der Lehrplan des Bujinkan umfasst sowohl den unbewaffneten Kampf (Budō Taijutsu | 武道体術) als auch den Umgang mit den verschiedensten historischen als auch modernen Waffen.

Das Bujinkan eignet sich sowohl als Weg zur persönlichen Entwicklung als auch zur Selbstverteidigung um im “Ernstfall” sich selbst und andere effektiv verteidigen oder die Situation vor deren Eskalation entschärfen zu können.

Neben dem Training des eigentlichen Lehrplans vervollständigen das Wissen um die japanische Geschichte, Kultur und Denkweise und der Kontakt zu anderen Dō-Künsten das Studium unserer Kampfkunst.

Masaaki Hatsumi Sōke

Die neun Bujinkan Ryūha | 流派


Diese Schule ist die älteste der im Bujinkan Lehrplan enthaltenen Ryūha. Der Gründungslegende zufolge wurde sie während der Tang Dynastie (619 – 907 n.Chr.) von einem chinesischen Mönch namens „Cho Gyokko“ nach Japan gebracht.

Die Gyokkō Ryū ist ein vollständiges Kampfsystem, das den unbewaffneten Kampf mit zahlreichen Waffen wie z.B. Schwert und Speer verbindet.

Die Schule kennzeichnet sich durch ihr Kosshijutsu (wörtlich „Knochen-Finger Kunst“) und Shitojutsu (Gebrauch des Daumens und der Finger) aus. Es werden hauptsächlich schnelle, kreisförmige Bewegungen genutzt, um vitale Punkte anzugreifen. Typisch für diese Ryū sind ausserdem sehr kraftvolle Abwehrbewegungen die stets mit dem Brechen des gegnerischen Gleichgewichts verbunden sind.

Diese Schule kennzeichnet sich durch eine offensive Ausrichtung und den Kampf auf engem Raum aus. Es werden überwiegend geradlinige Angriffs- und Verteidigungstechniken verwendet, um die Struktur und somit auch das Gleichgewicht des Gegners zu beeinflussen.

Das Training der Kotō Ryū Lehrinhalte stellt besondere Ansprüche an die Winkelarbeit und das Bewegen auf relativ engem Raum.

Der historische Hintergrund dieser Ryū deckt sich mit dem der Gyōkkō Ryū. Beide Schulen wurden über Generationen hinweg zusammen weitergegeben und ergänzen sich in vielen Bereichen.

Diese Schule ist die mit Abstand inhaltlich umfangreichste. So beinhaltet ihr Lehrplan neben dem unbewaffneten Kampf auch umfassende Techniken für eine Vielzahl von Waffen (die die Grundlagen nahezu aller Waffentechniken im Bujinkan bilden). Die Kukishinden Ryū wird aufgrund ihres Umfangs und dem Schulen jedes Teilbereichs einer kriegerischen Auseinandersetzung auch als „Sōgō Bujutsu“ (vollständige Kampfkunst) klassifiziert.

Die Geschichte dieser Tradition war bis in die heutige Zeit sehr bewegt und es haben sich im Laufe der Zeit mehrere parallel existierende Linien entwickelt. Die Ursprünge aller Zweige lassen sich auf die „Tosui Ryū“ als Vorläuferschule um ca. 1000 n.Chr. zurückverfolgen.

Die Ursprünge dieser Schule lassen sich bis in die Eiroku Periode (16. Jahrhundert) zurückverfolgen. Bis heute existieren mehrere Zweige der ursprünglichen Ryū. Die im Bujinkan überlieferte Linie hatte im Laufe ihrer Geschichte auch enge Kontakte mit der Kukishin Ryū und anderen Kampfkünsten, die sich gegenseitig beeinflussten.

Charakteristisch für das Takagi Yoshin Ryū Jutaijutsu ist der Kampf in engen Räumen und das gleichzeitige Kontrollieren und Immobilisieren des Gegners. Diese Schule wurde oft von Leibwächtern und mit polizeilichen Aufgaben betrauten Personen trainiert.

Diese Schule wurde Mitte des 12. Jahrhunderts gegründet und hatte im Laufe ihrer Geschichte – wie die meisten Koryū – mehrere Kontakte zu anderen Kampfkünsten.

Die Shinden Fudō Ryū besteht inhaltlich mit dem Dakentaijutsu (打拳体術) und dem Jūtaijutsu (柔体術) aus zwei grossen Bereichen, die sich gegenseitig ergänzen und diese Schule ebenfalls zu einem umfassenden und „kompletten“ Kampfsystem machen.

Sowohl die Bewegungsmuster der Formen, als auch der Trainingsaufbau und die Trainingsweise folgen stets dem übergeordneten Prinzip der „Natürlichkeit“.

Diese Schule wurde im frühen 12. Jahrhundert gegründet und ist eine der drei „Ninjutsu“ Stile, die im Bujinkan unterrichtet werden.

Charakteristisch für die Tōgakure Ryū sind das Ablenken des Gegners und das anschliessende Flüchten. Darüber hinaus beinhaltet der Lehrplan Techniken mit einem „kurzen“ Schwert sowie die Verwendung einiger spezieller Waffen wie beispielsweise Shukō, Wurfklingen und Metsubushi.

Allgemein werden in dieser Schule (die sich ebenfalls auf die Gyōkkō Ryū zurückführen lässt) eher „unkonventionelle“ Techniken und Prinzipien gelehrt.

Die genauen Inhalte dieser Schule wurden von Hatsumi Sensei noch nicht öffentlich weitergegeben / unterrichtet. Lediglich einige wenige Koppojutsu Prinzipien sind bekannt und Bestandteil des „Bujinkan-Unterrichts“.
Die genauen Inhalte dieser Schule wurden von Hatsumi Sensei noch nicht öffentlich weitergegeben / unterrichtet und sind deshalb auch nicht Bestandteil unseres Trainings.
Verfügbaren Informationen zufolge, entsprang diese Tradition ebenfalls dem Gyōkkō Ryū Kōsshijutsu.
Die genauen Inhalte dieser Schule wurden von Hatsumi Sensei noch nicht öffentlich weitergegeben / unterrichtet und sind deshalb auch nicht Bestandteil unseres Trainings.